Willkommen auf der Website des Förderverein Historische Rathäuser in Wilster e.V.

Von  Jochen Schwarck

WILSTER
Lütt Wiehnacht diesmal ganz groß. Schon am Freitagabend nach der Eröffnung der kleinen Budenstadt unter den hohen Tannen an der Ostseite des Marktes und auch am Sonnabend herrschte Hochbetrieb auf dem Weihnachtsmarkt. Vor den Buden drängten sich die Besucher. Sie standen geduldig an nach leckeren Förten vom Regionalverein Wilstermarsch, nach Punsch beim Förderverein Rathäuser und beim Glücksrad der CDU. Der SV Alemannia bot Eintrittskarten für die anstehende Fußballmaskarade (Fubama) am 1. Februar an, und der Förderverein für die Städtepartnerschaft mit Nowy Staw in Polen lud zu einer Tombola ein.

Am Sonnabendnachmittag gastierte traditionell der Shantychor „Die Nordlichter“ auf der Showbühne. In Vertretung von Chorleiter Hans Otto Sönnichsen hatte Andreas Hübner die Verantwortung übernommen. Auch er begleitete den Chor auf seinem Akkordeon. „Die Nordlichter“ sangen viele bekannte Shantys, hatten aber auch maritime Weihnachts- und Winterlieder im Repertoire. Auf der Showbühne folgte auch am Sonntag ein buntes Programm. Und das Kulturhaus am Markt hatte sich mit dem Zauberer Thomas eingebracht.

Musikalisch hatte die Veranstaltung des Gewerbe- und Verkehrsvereins und der Wilstermarsch Service GmbH einiges zu bieten. Am Freitagabend begeisterte die Countryband „Nashville Topps“ die Besucher, wie dies am Sonnabendabend auch die hiesige Thorge-Schöne-Band mit Rock und Pop der 70er und 80er Jahre gleichermaßen tat. Das Wetter spielte zumindest teilweise mit: es blieb an den ersten Veranstaltungstagen trocken.

Stürmisch ging es allerdings am Sonntag zu. Doch auch dies tat der Lütt Wiehnacht keinen Abbruch, da es im Lauf des Nachmittags leicht aufklarte und der Regen abflaute. Gerade rechtzeitig für den abschließenden Auftritt des Weihnachtsmannes. Dabei musste die Freiwillige Feuerwehr Wilster eingreifen, um den weißbärtigen roten Mann mit der Drehleiter von einem Dach zu retten, damit dieser auf dem Weihnachtsmarkt süße Geschenke an die wartenden Kinder verteilen konnte.

FEUERWEHR RETTET DEN WEIHNACHTSMANN (WZ 10.12.2019)

IM KORB DER DREHLEITER WURDE DER WEIHNACHTSMANN SICHER NACH UNTEN GEBRACHT, UM DIE KINDER AUF DEM WEIHNACHTSMARKT ZU TREFFEN. JOCHEN SCHWARCK

 

 

WILSTER
Mit dem Einsatz von Blaulicht und Martinshorn ist die Freiwillige Feuerwehr Wilster mit ihrer Drehleiter zum Weihnachtsmarkt an der Kirche ausgerückt, um den Weihnachtsmann zu retten.

Er stand mit seiner Glocke auf dem Dach des Geschäftshauses Blumen-Meyer, um Hilfe herbei zu läuten. Schließlich stieg schon dichter Rauch auf und schlugen Flammen aus dem Dach, spektakulär dargestellt mit Nebelschwaden und Rotlicht. Die Feuerwehr brachte ihre Drehleiter in Position und holte den Weihnachtsmann unbeschadet wieder zurück auf den Boden. Damit ging die dreitägige „Lütt Wiehnacht“ zu Ende.

Zum Abschluss stieg der Weihnachtsmann auf die Showbühne des Weihnachtsmarktes, um Geschenke an die Kinder zu verteilen. Mehrere hundert Jungen und Mädchen, zumeist begleitet von Eltern und Angehörigen, hatten sich vor der Bühne versammelt und freuten sich über die kleinen, meist süßen Geschenke. js
Video zur Weihnachtsmann-Rettung auf www.shz.de

 

 

Der Streifen zeigt einen der letzten Hexenprozesse Schleswig-Holsteins in Wilster. „Am 13. Mai 1676 wurde die 14-jährige Stinke Ritzers zum Verhör in das Rathaus gebracht“, erzählte Holger Stamm. Schließlich kam heraus, dass die Frau des Totengräbers, Trinke Evers, die junge Stinke die Heilerkunst gelehrt haben soll. Unter der Folter soll Trinke Evers wiederum erklärt haben, dass die 79-jährige Trinke Kuhlmanns ihr 14 Jahre vorher alles beigebracht habe, führte Stamm weiter aus. Der Vorsitzende des Fördervereins Historische Rathäuser spielte in dem Film den Richter, der veranlasste, das Trinke Evers 1678 auf dem Marktplatz vor dem Rathaus verbrannt wurde. Stinke Ritzers und Trinke Kuhlmann wurden des Landes verwiesen. 

Starten Sie hier den Film "Das letzte Feuer" (YouTube). 

Der Itzehoer Robert Friedrichs gibt zum 22. Mal einen Kalender mit Alt-Wilster-Motiven heraus

WILSTER Der Alt-Wilster-Kalender 2020 ist erschienen. Damit präsentiert Herausgeber Robert Friedrichs aus Itzehoe bereits zum 22. Mal historische Motive aus der Marschenstadt in einem Wandkalender. Alle Aufnahmen überzeugen auch 2020 wieder mit unverwechselbarer Ausdrucksstärke und geben interessante Einblicke in das frühere Straßenbild und Leben Wilsters.

„Der Alt-Wilster-Kalender macht ein Stück Heimatgeschichte lebendig und bietet somit hervorragend Gelegenheit, über alte Zeiten ins Gespräch zu kommen“, meint Robert Friedrichs. Der Historiker betreut den Fotonachlass seines Großvaters Werner Behning seit über 20 Jahren und hat sich zum Ziel gesetzt, die historischen Motive in Form eines jährlich erscheinenden Wandkalenders Stück für Stück der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Alle Motive des Alt-Wilster-Kalenders sind auch für 2020 diesem Fotoarchiv entnommen.

„Angesichts des Alters der Fotos, die ja größtenteils noch in Form uralter Negativglasplatten vorliegen, erfüllt mich die Erstellung der Alt-Wilster-Kalender jedes Mal mit ein wenig Ehrfurcht“, berichtet Friedrichs. „Es ist für Wilster ein wahrer Glücksfall, dass mein Großvater mir diesen fotografischen Schatz vererbt hat.“

Ältere Wilsteraner würden sich sicher noch an Werner Behning erinnern. Dieser betrieb nach dem Krieg bis in die späten 1980er Jahre nicht nur ein eigenes Fotoatelier am Markt, sondern war auch leidenschaftlicher Sammler und Archivar alter Bilder aus Wilster und Umgebung. Das Fotoarchiv umfasst neben den Aufnahmen Werner Behnings (1909-1995) auch die seines Vaters Ludwig (1878-1951) sowie deren Berufsvorgänger Carl Kuskop (1868-1953) und Hans-Peter Mohr (1827-1910). Rund 500 Glasnegative und weiteres, nicht quantifizierbares Filmmaterial aus insgesamt zwölf Jahrzehnten dokumentieren damit Wilstersche Geschichte praktisch von den Anfängen der Fotografie bis in die Gegenwart. Viele Ansichten des Alt-Wilster-Kalenders 2020 dürften so manchem aus der eigenen Kindheit in Erinnerung sein, glaubt Robert Frierichs. Andere seien auf Anhieb nicht so ohne Weiteres einzuordnen.

Neben vielen Straßen- und Gebäudeansichten überzeugt der Kalender vor allem mit originellen Motiven der damaligen Menschen in Wilster. Anders als in den Vorjahren erscheint der neue Alt-Wilster-Kalender in einem Hochformat. Der Preis indes hat sich nicht verändert, beträgt nach wie vor 21,90 Euro. Einen Vorgeschmack auf den Kalender finden Interessierte auf der Internetseite www.alt-wilster.de. Erhältlich ist der Kalender in Wilster in der Buchhandlung Antje Bunge, Op de Göten, im Tabak- & Zeitschriftenshop Spang, Wilster Einkaufszentrum, in Itzehoe in der Buchhandlung Heymann, Breite Straße. sh:z Weitere Infos: 04821/9716, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Vorstand vom Verein Historische Rathäuser in Wilster e. V. nimmt sein ehrenamtliches Engagement wieder auf.

Am 17. Oktober 2019 hat ein einvernehmliches Gespräch zwischen der Stadt Wilster und dem Förderverein stattgefunden. Die Meinungsverschiedenheiten wurden ausgeräumt und der Rahmen für die zukünftige Zusammenarbeit abgestimmt. Das Alte Rathaus kann wieder vollumfänglich genutzt und interessierten Besuchern präsentiert werden.

Wilster ist Gastgeber für die Auftaktveranstaltung der KrimiNordica am Samstag, 2. November 2019:

ab 17 Uhr auf dem Marktplatz und der St. Bartholomäus-Kirche -
Eröffnungsspektakel „(K)EINE HEXEREI – AUFTAKT IN WILSTER“
18:30 Uhr im Alten Rathaus -
Film „Das letzte Feuer“

Weitere Veranstaltungen und Termine entnehmen Sie bitte der Website KrimiNordica und dem  Programmheft.

 

Gelungener Start in die Krimi Nordica rund um Hexenkunst und mittelalterliche Folterprozesse in Wilster

Sabine Kolz WILSTER Von weisen Frauen in der Bibel bis zur mittelalterlichen Hexenverfolgung, von Magie bis Mordgeschehen: Die Eröffnung der Krimi Nordica in Wilster gab am Sonnabendabend einen schaurig-schönen Vorgeschmack auf zahlreiche Veranstaltungen bis zum 10. November sowohl in der Marschenstadt als auch in Itzehoe und Brunsbüttel.

Wilster ist zum ersten Mal Tatort im Rahmen der Krimi Norica. Bei bestem Wetter und stimmungsvollem Feuerschein vor der St. Bartholomäus-Kirche nahm das Geschehen seinen Lauf. Schauspieler des Teatro Spectaculo mischten sich unter die vielen Besucher, mittelalterliche Klänge und Streitgespräche zwischen „heilkundigen“ Frauen lenkten die Aufmerksamkeit auf sich. Dabei ging es um Kräuter und deren Wirkung.

Das ist schon in der Bibel im Buch Samuel Thema, wie die Zuhörer in der St. Bartholomäus-Kirche erfuhren. Bei „Crimetime unter der Kanzel “ las Pastorin Telse Möller-Göttsche die Geschichte der Hexe von Endor vor – und wies darauf hin, dass das Wort „Hexe“ im Buch der Bücher nicht genannt wird, sondern dort von „weisen Frauen“ und „Totenbeschwörerin“ die Rede ist. Mit Orgelwerken passend zum Thema verstärkte Kantor Hartwig Barte-Hanssen musikalisch die Wirkung des Geschehens um die Beschwörung des toten Königs Saul.

Mehr als 500 Besucher sehen „Das letzte Feuer“
Eng wurde es anschließend in der Markthalle des Alten Rathauses, wo der Rathausförderverein den Film „Das letzte Feuer“ zeigte. In sieben Vorführungen drängten sich insgesamt rund 550 Besucher. Der Streifen zeigt einen der letzten Hexenprozesse Schleswig-Holsteins in Wilster. „Am 13. Mai 1676 wurde die 14-jährige Stinke Ritzers zum Verhör in das Rathaus gebracht“, erzählte Holger Stamm. Schließlich kam heraus, dass die Frau des Totengräbers, Trinke Evers, die junge Stinke die Heilerkunst gelehrt haben soll. Unter der Folter soll Trinke Evers wiederum erklärt haben, dass die 79-jährige Trinke Kuhlmanns ihr 14 Jahre vorher alles beigebracht habe, führte Stamm weiter aus. Der Vorsitzende des Fördervereins Historische Rathäuser spielte in dem Film den Richter, der veranlasste, das Trinke Evers 1678 auf dem Marktplatz vor dem Rathaus verbrannt wurde. Stinke Ritzers und Trinke Kuhlmann wurden des Landes verwiesen.

Nach diesem Ausflug in die dunkle Geschichte Wilsters ging es spannend, aber auch fröhlich weiter. Im Kulturhaus zeigten fast 20 Bühnenneulinge aus dem Improvisationsworkshop ihren „Mord in einer Minute“, und im Bauernstübchen war Krimi-Disco angesagt. Stärken konnten sich die Besucher auch an den Holzbuden vor dem Eiscafé Rialto. Dort boten der Landfrauenverein Wilstermarsch Suppen und Melanie Christen zauberhaften Hexenpunsch an. Alles fand reißenden Absatz.

Ein gelungener Auftakt, da waren sich alle Akteure einig: Andrea Giesen vom Veranstalter Stadtmanagement Itzehoe, Heiko Wiese vom Amt Wilstermarsch, Kreispräsident Peter Labendowicz und Hans-Werner Speerforck vom Regionalverein, der neben den Stadtwerken Itzehoe, Wilster und Brunsbüttel sowie den Kommunen das Festival finanziell unterstützt, sowie Bürgermeister Martin Schmedtje aus Brunsbüttel. Vermisst wurden die Bürgermeister aus Itzehoe und Wilster oder deren Stellvertreter. Einige Besucher hatten einleitende Worte erwartet.

Infos zu den weiteren Veranstaltungen unter www.kriminordica.de

MITTELALTERSTIMMUNG VERBREITEN DIE MUSIKER DES TEATRO SPECTACULO. SABINE KOLZ

Anmerkung der Redaktion: In der Rubrik "Geschichte" dieser Website finden Sie einen Bericht zu den Hexenprozessen in Wilster.

In diesem Speicher hinter dem Alten Rathaus wurde 1982 das Naturkundliche Museum eingerichtet (Foto Jochen Schwarck).

Von Jochen Schwarck WILSTER
Alle zwei Wochen sonnabends sowie an jedem verkaufsoffenen Sonntag werben ein Stellschild sowie ein ausgestopfter Schwan auf dem Bürgersteig an der Ecke Op de Göten/Schmiedestraße für einen Besuch im Naturkundlichen Heimatmuseum. Im idyllisch gelegenen Fachwerkspeicher hinter dem 1585 erbauten Alten Rathaus wurde es 1982 eingerichtet und bis zum Herbst vergangenen Jahres gemeinsam von den Jägern des Hegerings Wilstermarsch und vom Nabu Wilstermarsch betreut. Jetzt kümmert sich eine kleine Gruppe aus dem Förderverein Historische Rathäuser um die Betreuung des Heimatmuseums. Der Nabu ist wegen Überalterung des Vorstandes ausgestiegen, der Hegering ist weiterhin mit im Boot.

„Das Interesse ist sonnabends leider nur schwach und manchmal sogar gleich null“, bekennt Harald Kestermann vom Förderverein. Mit ihm sind seine Frau Margrit sowie die pensionierte Lehrerin Christa Starke ehrenamtlich im Einsatz, wenn das Museum an jedem zweiten und vierten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr sowie an den offenen Sonntagen von 12 bis 17 Uhr seine Türen geöffnet hat. Auch Holger Stamm und dessen Partnerin Barbara unterstützen die drei Ehrenamtler, wann immer ihre Hilfe gebraucht wird.

Die offenen Sonntage ziehen spürbar mehr Menschen in die Stadt, und der Lauf in der Innenstadt führt zu steigenden Besucherzahlen im Naturkundemuseum. Es erstreckt sich mittlerweile über alle drei Etagen des Speichers. Neben attraktiven Präparaten von Vögeln und Pelztieren aus der heimischen Tierwelt sowie von einer Vielzahl an Insekten gibt es auch lebende Tiere zu bestaunen. Lehrreich ist das Gewusel vor einem Zugang zu einem Bienenstock gleich neben der doppelflügeligen Eingangstür, eine sogenannten „Klön-Schnack-Tür“. Hinter einer Glasscheibe kann man den Aufbau der Waben erkennen und versuchen, auch die Königin des Bienenvolkes auszumachen.

Die Tierpräparate sind – von Nabu und Hegering naturgetreu mit heimischen Pflanzen angelegt – in idyllisch zusammengestellten Biotopen zu bestaunen. Da schwingen Weißwangengänse über die Köpfe der Besucher hinweg. Diese werden vertraut gemacht mit Singdrossel, Buchfink und Kohlmeise, sehen eine ganze Fuchsfamilie, Bussarde, Rohrdommeln sowie die Feldmaus, Bisame und Hasen oder sogar auch ein Reh.

Insekten sind in Schaukästen dargestellt. Ihr richtiges Gefühl können vor allem Kinder unter Beweis stellen, wenn sie die verschiedenen Felle vom Hasen, Katze oder Kuh streicheln dürfen. Und zu bewundern sind die über 100 unterschiedlichen Vogeleier, die in einer weiteren Schauvitrine präsentiert werden: von dem kleinen nur wenige Millimeter großen Ei des Zilpzalps bis zum riesigen Straußenei.

„Ein Besuch des Museums ist ganz besonders für Familien mit Kindern, für Kindergartengruppen und Schulklassen zu empfehlen“, sagt Holger Stamm als Vorsitzender des Fördervereins. Der Verein hat seit seiner Gründung im Jahr 2011 durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Aktionen sowie durch die Unterstützung von Sponsoren rund 70.000 Euro für den Erhalt der Gebäude gesammelt und davon bisher gut 60.000 Euro eingesetzt.

>Besichtigung nach Vereinbarung bei der Wilstermarsch-Service GmbH unter 04823/9215950 oder bei Holger Stamm unter 0151/57736659 und zu den Öffnungszeiten. Mehr Infos: www.rathausverein-wilster.de

Harald Kestermann zeigt ein Biotop mit heimischen Tieren (Foto Jochen Schwarck).